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Gesundheitsfundament - Blog

Jann Glasmachers

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Sprossen selbst ziehen - Kleine Nährstoffbomben

Selbst sprossen ziehen

Wer im Winter nicht auf frische Vitamine verzichten möchte, dem sei die eigene Sprossenzucht sehr zu empfehlen. Ich selbst habe mir letztes Jahr diverse Gläser und Keimgeräte zu diesem Zweck angeschafft und möchte die eigene Sprossenaufzucht nicht mehr missen.

Was es dabei zu bedenken gibt, welche gängigen Sprossen man verwenden kann und welche geschichtlichen Hintergründe es gibt, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen. Somit steht dem eigenen Anbau nichts mehr im Weg.

Keimlinge und Sprossen in der Rohkost

In der Rohkostküche sind Sprossen und Keimlinge sehr beliebt. Sie können unkompliziert auf der eigenen Fensterbank in relativ kurzer Zeit gezogen werden und sind dazu noch äusserst nahrhaft. Sprossen eignen sich besonders im Winter dazu um über Frischkost aus erster Hand an wertvolle Vitamine zu gelangen.

Hier einmal ein Beispiel, was Sprossen für Power in sich tragen (je 100g):

kcal Protein Fett KH, verwertbar Ballast-stoffe
Getreidesprossen 68 3,2 g 0,4 13,0 g 2,5 g
Alfalfa-(Luzerne-)sprossen 31 4,0 g 0,7 2,1 g 1,6 g
Bohnensprossen 34 4,5 g 0,7 2,3 g 3,0 g
Kichererbsen 144 8,8 g 0,7 25,5 g 2,8 g

Quelle: Die große GU-Nährwert-Kalorien-Tabelle

Selbstverständlich lassen sich Sprossen auch gut im Sommer ziehen. :) Diese Nährstoffbomben haben ein tolles Aroma und sind das "I-Tüpfelchen" auf jedem Salat oder Sandwich. Dabei hat jede Sorte ihren ganz eigenen Charakter.

Geschichte und Herkunft

Es gibt eine Legende die von chinesischen Seefahren überliefert wurde. Es heisst, dass diese, als sie in Seenot gerieten, zu guter Letzt nur noch über getrocknete Sojabohnen verfügten. Allerdings waren diese, aufgrund der Feuchtigkeit an Bord, schon gekeimt. In der Not haben die Seefahrer diese Keimlinge gegessen. Sie stellten fest, dass diese nicht nur schmackhaft waren, sondern auch zu neuer Kraft verhalfen. Seit ca. 3000 Jahren züchten die Chinesen nunmehr Keimlinge.

Mit dem Einzug der Vollwertkost, fanden Keimlinge in der 2 Hälfte des 20ten Jahrhunderts auch in Europa großen Anklang. Standardmässig gab es in der Anfangszeit hauptsächlich Sprossen der gelben und grünen Sojabohne, Mungobohnen- und Bambussprossen, aber eher aus der Konserve. Verwendet wurden diese vorwiegend in asiatischen Gerichten.

Mittlerweile hat sich das Sortiment um eine Vielzahl an Sprossen erweitert. In gut sortierten Bio-Läden erhält man mittlerweile auch andere Hülsenfrüchte, wie beispielsweise Adzukibohnen, Linsen, Erbsen oder Kichererbsen. Beliebt sind auch Getreide sowie Keimlinge aus anderen Pflanzenfamilien, wie verschiedene Kleearten, Kohlarten, Rettich, Radies, Senf, uvm. Es sind sogar diverse Sprossenmischungen erhältlich. Sprossenmischungen können verschiedene Vorteile haben.

  • Ergänzung in den unterschiedlichen Nährstoffgehalten
  • Gegenseitige Begünstigung in der Bioverfügbarkeit
  • Bessere Aufnahme von Eisen durch gleichzeitiges Vitamin C

Prinzipiell hat die Pflanze nie wieder so eine Nährstoffdichte wie zur Keimzeit. Sie enthalten eine Vielzahl an sekundären Pflanzenstoffen. Gesundheitlich kann man davon in vielerlei Hinsicht profitieren. So sagt man manchen Sprossenarten krebshemmende Eigenschaften nach. Sprossen wurden auch schon bei Hautkrankheiten, Verdauungsstörungen und Muskelerkrankungen eingesetzt.

Sekundäre Pflanzenstoffe enthalten in:
Carotinoide Brokkoli
Kicher-, Erbsen
Kresse
Alfalfa
Sojabohnenkeimlinge
Polyphenole Weizenkeime
Radieschen
Brokkoli
Flavonoide Sojabohnenkeimlinge
Phytoöstrogene gelbe Sojabohnen
Glucosinolate Rettich, Radieschen
Kohlarten, Brokkoli
Kresse, Senf
Rucola
Saponine Hülsenfrüchte
Phytosterine fettreiche Samen, z.B Sonnenblumenkerne, Sesamsaat Hülsenfrüchten
Proteasen-Inhibitoren Soja- u. Mungbohnen
Weizen

Quellen: DLR Rheinland Pfalz, B. Watzl, C. Leitzmann: Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln, 2. Aufl. Hippokrates Verlag GmbH, Stuttgart 1999 Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.(DGE): Die Nährstoffe – Bausteine für Ihre Gesundheit, Bonn 2004 Internetseiten der BFEL (Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel)

Worauf sollte man beim Kauf der Samen achten?

Kauft am besten nur Samen, wo auch draufsteht, dass diese sich für die Aufzucht von Sprossen und Keimlingen eignen. Samen die für die Feldaussaat bestimmt sind, solltet man nicht für die Sprossenaufzucht verwenden, da diese in der Regel chemisch gegen Ungeziefer und Pilzbefall behandelt sind. Diese Stoffe werden in der Kürze der Keimzeit nicht hinreichend abgebaut. Dies ist nicht sonderlich gesund für den Körper und somit nicht im Sinne des Erfinders.

Auch sind Saaten für den Kochtopf nicht immer zur Aufzucht geeignet, da oft viel Bruch beigemischt ist, was wiederum die Keimfähigkeit beeinträchtigt. Gute Samen bekommt ihr in Reformhäusern oder gut sortierten Bio-Läden. Die Kür bestünde daraus die Samen selbst zu ziehen, was jedoch detaillierteres Vorwissen und lange Vorlaufzeiten bedeuten würde. Der Vorteil wäre natürlich, dass man direkt weiss woher die Samen kommen. :)

Auch lassen sich Samen von Wildpflanzen prima ankeimen. Hierbei solltet ihr aber auf jeden Fall wissen, was ihr euch am Wegesrand besorgt. Zu empfehlen wären z.B. Spitzwegerich, Giersch, Sauerampfer oder Vogelmiere.

Was wird an Material benötigt?

Prinzipiell könnte man sich alles, was man zu Sprossenzucht benötigt aus Alltagsdingen herstellen:

bioSnacky Sprossengarten
Bei Amazon kaufen

  • Schalen
  • Mullkompressen oder Zellstoff
  • Schraubdeckelglas ohne Deckel
  • gut durchlässiges Baumwoll- / Mulltuch
  • Gummiband

Ich persönlich bevorzuge da aber eher professionelle Sprossengläser und Keimgeräte. Sehr gute Produkte gibt es zum Beispiel bei hier. Ich habe mich für diese Keimgläser und diesen Sprossenturm entschieden. Eine erschwingliche Investition, die ich nicht missen möchte.

Was gibt es bei der Sprossenaufzucht zu beachten?

Als besonders günstig eignen sich warme Fensterbänke (so um die 21°C), die nicht unbedingt einer permanenten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Viele Samen müssen vorher eingeweicht werden. Wichtig ist, dass alle Samen regelmässig gespült werden (bis zu 4x täglich). Das Wasser sollte nicht eiskalt sein und auch nicht warm und schon gar nicht heiss, da sonst das Wachstum behindert werden kann. Hygiene ist bei der Sprossenzucht oberstes Gebot. Ihr solltet die Samen regelmässig begutachten und schauen, dass sich z.B. kein Schimmel bildet. Eure Ernte könnte dann verderben und das wäre ja schade. Auch die verschiedenen Keimzeiten sind zu beachten. Gerade bei Alfalfa ist eine genaue Keimzeit einzuhalten, weil sich in Alfalfasprossen die Aminosäure L-Canavanin erst abbauen muss. Das ist erst nach ca. 7-8 Tagen der Fall. Die benutzten Geräte sollten stets gründlich gereinigt werden!

Lagerung und Haltbarkeit

Im Prinzip kann man Sprossen bis zu einer Woche im Kühlschrank lagern. Wichtig ist, dass diese vor der Lagerung noch einmal gründlich abgespült werden. Achtet darauf keine verdorbenen Keime zu essen. Zieht lieber noch einmal neu, als dass ihr euch den Magen mit schlecht gewordenen Sprossen verderbt. Der direkte Konsum nach der Ernte ist eh am besten, weil dann immer noch die höchste Nährstoffdichte vorhanden ist. Mit der Zeit nimmt die Nährstoffkonzentration ab.

Keimdauer diverser Sprossen

Samen Einweichen, in Stunden tägliches Spülen Keimdauer, in Tagen/
Grünkraut
Adzukibohne 12 2-3 4
Alfalfa (Luzerne) 5-6 2-3 7*/ 10
Bockshornklee 5-8 2-3 2/ 10
Brokkoli 0 1-2 5-6/ 10-14
Buchweizen 0-6 2-4 2-4/ 14
Dinkel 12 2-3 2-3/ 8-12
Erbsen 12 4 3
Gerste 12 2 2-3/ 8-12
Hafer 0-4 2 2-3/ 8-12
Hirse 8-10 3 3
Kichererbsen 12 4 3-4
Kresse 6 2 2-3/ 6-8
Kürbis 7-16 3 2-3
Leinsamen 4-12 4 2-3/ 8-12
Linsen 7-10 3 3
Lunjabohnen 10-12 1-2 3
Mungobohnen 12 2-3 3-6
Radieschen 0 2 3
Reis 12 2-3 3-4
Rettich 0-4 3-4 2-4/ 10-12
Roggen 12 2 2-3/ 8-12
Rucola 0-6 1-2 5-6/ 8-14
Senf 0-6 1 2-3/ 8-12
Sesam 4-6 2 2
Sojabohnen, gelbe 12 4 3-4
Sonnenblumen-kerne 6-12 2-3 2-3/ 12
Weizen 12 2-3 2-3/ 8-12

Quellen

Abgelegt unter: Ernährung , Keimlinge , Sprossen , Vitamine

Über Jann Glasmachers

Jann Glasmachers

Mein Name ist Jann Glasmachers, ich bin Inhaber der Internetagentur gimmixx New Media und habe eine abgeschlossene Ausbildung zum holistischen Gesundheits-, Vitalkost- und Lebensberater. Ich blogge mit Leidenschaft und interessiere mich sehr für die Gesetzmässigkeiten des Lebens und die Geheimnisse der Gesundheit. Nach langjähriger Krankheit habe ich mich auf den Weg gemacht das Puzzle der Gesundheit für mich zusammenzusetzen. Hierbei tun sich jeden Tag neue Erkenntnisse auf. Die Grundformel scheint jedoch universell gültig zu sein. Was sich dahinter verbirgt, lässt sich in dem Gesundheitsfundament nachlesen.

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Ich weise weiter darauf hin, dass mit dem Inkrafttreten der Europäischen Health Claims Verordnung u.a. in Deutschland aus rechtlichen Gründen für die gesundheitliche Wirkung von Lebensmitteln (darunter fallen auch Nahrungsergänzungen) nicht geworben werden darf. Falls Ihr Euch also tiefergehend über entsprechende Produkte informieren wollt, lasst Euch in jedem Fall von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten bzw. besorgt Euch weiterführende Fachliteratur.