Braunes Fett - wie Mitochondrien Wärme erzeugen und was Kälte damit zu tun hat

Fettgewebe verbinden wir meist mit gespeicherter Energie. Das trifft auf einen großen Teil unseres Körperfetts auch zu. Doch ein Teil des Fettgewebes verfolgt einen beinahe gegenteiligen Zweck: Er kann energiereiche Substrate aufnehmen und ihre Energie gezielt als Wärme freisetzen.
Dieses sogenannte braune Fettgewebe besitzt besonders viele Mitochondrien. In deren innerer Membran sitzt mit UCP1 ein Protein, das den normalen Weg der mitochondrialen Energiegewinnung verändert. Ein Teil der Energie des Protonengradienten wird dadurch nicht zur ATP-Synthese genutzt, sondern als Wärme abgegeben.[1]
Damit steckt hinter dem häufig gesuchten Begriff „braunes Fett aktivieren“ zunächst eine physiologische Frage: Warum besitzt der Körper Fettzellen, deren Aufgabe gerade darin besteht, Energie weniger effizient in ATP umzuwandeln?
Kälte liefert einen Teil der Antwort. Sie gehört zu den wichtigsten physiologischen Reizen für die Aktivierung thermogenen Fettgewebes. Daraus folgt allerdings noch nicht, dass kalte Duschen, Eisbäder oder bestimmte Lebensmittel zu einem relevanten Gewichtsverlust führen.
Dieser Ratgeber beginnt deshalb bei den Fettzellen selbst und verfolgt anschließend den Weg bis in ihre Mitochondrien: Was unterscheidet weißes, braunes und beiges Fett? Wo befindet sich braunes Fett beim Erwachsenen? Wie funktioniert UCP1? Und was ist tatsächlich belegt, wenn von Kälte, Browning oder einem möglichen „Fettverbrennungseffekt“ die Rede ist?










