SIBO verstehen - wenn das Mikrobiom im Dünndarm aus dem Gleichgewicht gerät

Du isst ballaststoffreich, achtest auf Deinen Darm und hast vielleicht sogar Präbiotika oder Probiotika ausprobiert. Trotzdem wird der Bauch nach bestimmten Mahlzeiten immer voller, verträgliche Lebensmittel scheinen plötzlich problematisch zu werden oder Beschwerden kommen nach einer Behandlung wieder zurück.
Dann liegt die nächste Frage nahe: Ist das Lebensmittel selbst das Problem – oder findet die mikrobielle Fermentation an einer Stelle statt, an der sie in diesem Ausmaß nicht stattfinden sollte?
Genau hier beginnt das Thema SIBO. Die Abkürzung steht für Small Intestinal Bacterial Overgrowth, auf Deutsch meist Dünndarmfehlbesiedlung oder bakterielle Überwucherung des Dünndarms genannt. Der Begriff klingt zunächst einfach: zu viele Bakterien im Dünndarm. Biologisch ist die Situation komplexer. Der Dünndarm ist nicht steril, und nicht jede bakterielle Aktivität dort ist krankhaft. Entscheidend sind Menge, Zusammensetzung, Stoffwechselaktivität, Ort und die Frage, ob daraus Beschwerden oder funktionelle Folgen entstehen.
Dieser Ratgeber führt deshalb nicht von einer Symptomliste direkt zu einer Therapie. Wir schauen zuerst auf den Dünndarm selbst: Welche Schutzmechanismen halten sein mikrobielles Milieu normalerweise stabil? Was passiert, wenn Motilität, Magensäure, Anatomie, Verdauungssekrete oder Immunregulation aus dem Takt geraten? Danach wird verständlicher, warum Atemtests Wasserstoff und Methan messen, weshalb Methan-SIBO heute besser IMO heißt, warum ein Stuhltest SIBO nicht beweisen kann und weshalb Probiotika bei einer vermuteten Fehlbesiedlung kein automatischer erster Schritt sind.









