HWS-Instabilität und Gehirn: Was wurde aus Kuklinskis Hypothese?
Im Jahr 2003 veröffentlichten Bodo Kuklinski und seine Kollegen eine Beobachtung, aus der sich später ein weitreichendes Erklärungsmodell entwickeln sollte. Bei Menschen mit Beschwerden nach Halswirbelsäulenverletzungen fanden sie häufiger erhöhte S100-Blutwerte. Bei einzelnen Patienten veränderten sich die Werte nach bestimmten Belastungen. [1]
Die Autoren vermuteten dahinter organische Vorgänge im Nervensystem. Kuklinski wurde später besonders durch seine Verknüpfung von HWS-Trauma, nitrosativem Stress und gestörter Mitochondrienfunktion bekannt. [1] [2]
Inzwischen wissen wir mehr darüber, wie die Halswirbelsäule Signale an das Gehirn liefert, unter welchen Umständen Gefäße oder Liquorwege betroffen sein können und wie Mitochondrien auf Belastungen reagieren. Hinzu kommt eine neue Forschungswelt: die Flüssigkeits- und Lymphwege des Gehirns.
Eine HWS-Störung kann unter bestimmten Bedingungen neurologische Beschwerden auslösen oder beeinflussen. Dass eine chronische HWS-Instabilität generell eine Mitochondriopathie, eine geschädigte Blut-Hirn-Schranke oder eine gestörte Hirnreinigung verursacht, ist bisher jedoch nicht nachgewiesen. Welche Teile der älteren Hypothese tragen die heutigen Befunde – und welche nicht?











