Mikrobiom-Diversität erhöhen: Was Ernährung und Umwelt verändern können

Mehr Pflanzen, mehr Ballaststoffe, vielleicht noch fermentierte Lebensmittel: So lauten die meisten Empfehlungen, wenn es darum geht, die Vielfalt der Darmbakterien zu erhöhen. Doch eine Ernährungsumstellung kann das Mikrobiom deutlich verändern, während die gemessene Diversität nahezu gleich bleibt. Einzelne Bakterien werden häufiger, andere seltener. Die große Zahl auf dem Laborbericht bewegt sich kaum.
Dahinter steckt eine bislang selten erklärte Frage: Was kann vielfältige Ernährung ausrichten, wenn bestimmte Mikroorganismen im Darm fehlen? Woher könnten neue Bakterien kommen, was geschieht bei ihrem Kontakt mit dem bestehenden Mikrobiom, und welche Voraussetzungen müssten erfüllt sein, damit sie dauerhaft bleiben?
Eine im Oktober 2026 veröffentlichte Nature-Studie verleiht dieser Frage eine evolutionsbiologische Dimension. Forscher fanden bei zwei geografisch weit voneinander entfernten, nicht industrialisiert lebenden Bevölkerungsgruppen zahlreiche gemeinsame mikrobielle Arten, die in industrialisierten Populationen selten oder nicht nachweisbar sind. Ob und wie sich solche Verluste beim heutigen Menschen rückgängig machen ließen, ist offen. [1]










