Schlagwort im Blog: Mitochondrien

In meinem Blog bekommt Ihr viele Informationen rund im das Thema Gesundheit, Lebensoptimierung und Motivation. Bitte beachtet, dass ich die meisten Gesundheitstipps zwar im Selbstversuch teste, derartige Anregungen jedoch niemals einen Arztbesuch ersetzen sollen (Disclaimer). Bitte geht bei unklaren Beschwerden zum Arzt.

Hormesis - warum ein bisschen Stress Anpassung auslösen kann

Körperliche Belastung und Erholung als Beispiel für hormetische Anpassung

Training belastet Muskeln. Fasten verändert die Energie- und Nährstoffversorgung. Hitze fordert die Temperaturregulation, Kälte zwingt den Körper zur Wärmeproduktion und bei Hypoxie steht vorübergehend weniger Sauerstoff zur Verfügung. Auf den ersten Blick haben diese Reize wenig gemeinsam. Biologisch verbindet sie jedoch eine interessante Idee: Eine begrenzte Belastung kann Anpassungsprozesse auslösen, durch die Zellen oder der gesamte Organismus auf ähnliche Herausforderungen anschließend anders reagieren.

Für dieses Prinzip wird häufig der Begriff Hormesis verwendet. In der biologischen Forschung beschreibt er adaptive Reaktionen auf moderate, meist zeitlich begrenzte Belastungen. Entscheidend ist dabei bereits das Wort begrenzt. Hormesis bedeutet nicht, dass Stress grundsätzlich gesund ist. Derselbe Reiz, auf den ein biologisches System bei geeigneter Stärke mit Anpassung reagieren kann, kann bei höherer Dosis, längerer Dauer oder fehlender Erholung schädlich werden.[1]

Genau darin liegt der Reiz des Hormesis-Prinzips für die Longevity-Forschung. Sport, Fasten, Hitze, Kälte oder Hypoxie sind keine Varianten derselben Therapie. Sie setzen unterschiedliche Belastungen. Trotzdem können sich Teile ihrer zellulären Antwort überschneiden: Stresssignale werden registriert, Schutz- und Reparaturprogramme verändern ihre Aktivität, der Energiestoffwechsel wird angepasst und beschädigte Zellbestandteile können verstärkt kontrolliert oder abgebaut werden.

Die interessante Frage lautet deshalb nicht: Wie viel Stress ist gesund? Sinnvoller ist die Frage, wann aus einer Belastung ein Anpassungsreiz wird – und wo der Punkt liegt, an dem der Reiz die Anpassungsfähigkeit übersteigt.

Den gesamten Artikel lesen

HBOT - was Sauerstoff unter Druck im Körper verändert

Hyperbare Sauerstofftherapie in einer professionellen Druckkammer

HBOT wirkt zunächst wie das Gegenstück zu IHHT: Dort wird Sauerstoff zeitweise knapp, hier wird er unter erhöhtem Umgebungsdruck in hoher Konzentration eingeatmet. Beides landet trotzdem in der Longevity-Welt – und bei HBOT oft mit spektakulären Vorher-nachher-Markern, Telomer-Daten und dem Versprechen, Alterungsprozesse beeinflussen zu können.

Der entscheidende Punkt ist allerdings schon technischer Natur: Eine Druckkammer allein ist noch keine medizinische hyperbare Sauerstofftherapie. Druck, Sauerstoffkonzentration, Dauer und Art der Sauerstoffzufuhr bestimmen gemeinsam, welchen Sauerstoffreiz der Körper tatsächlich bekommt. Die aktuelle 15. Ausgabe der Indikationsempfehlungen der Undersea & Hyperbaric Medical Society (UHMS) beschreibt klinische HBOT eng: Behandlung in einer dafür vorgesehenen Hartkammer, mindestens 2,0 ATA Umgebungsdruck, medizinischer Sauerstoff und typischerweise 90 bis 120 Minuten Behandlungszeit.[1]

Damit entsteht eine praktische Frage, die in der Werbung leicht untergeht: Wenn zwei Angebote beide „HBOT“ oder „Druckkammer“ heißen, liefern sie wirklich dieselbe Intervention? Eine Softkammer bei niedrigem Überdruck und Umgebungsluft ist physiologisch etwas anderes als 100 Prozent Sauerstoff bei 2 ATA – und kann deshalb nicht einfach mit Studien gleichgesetzt werden, die unter anderen Bedingungen durchgeführt wurden.

Dieser Ratgeber beginnt deshalb bei der Physik, nicht beim Versprechen. Er erklärt, warum Druck mehr Sauerstoff ins Plasma bringt, wo HBOT etablierte Medizin ist, was hinter dem „hyperoxic-hypoxic paradox“ steckt und wie Longevity-Daten einzuordnen sind. Danach geht es um das, was für eine reale Entscheidung mindestens genauso wichtig ist: Welche Kammer liefert welchen Reiz, welche Sicherheitsfragen gehören dazu und welche Kosten entstehen, wenn aus einer Sitzung ein ganzes Protokoll wird?

Den gesamten Artikel lesen

IHHT - was Hypoxie und Hyperoxie im Körper auslösen

IHHT-Sitzung mit Atemmaske und kontrolliert wechselnder Sauerstoffkonzentration

IHHT arbeitet mit einem scheinbaren Widerspruch: Für einige Minuten wird Luft mit deutlich weniger Sauerstoff eingeatmet, anschließend folgt eine Phase mit erhöhtem Sauerstoffanteil. Ausgerechnet dieser Wechsel soll einen Anpassungsreiz setzen, ohne dass dafür ein Aufenthalt im Hochgebirge nötig ist.

Die Grundidee ist biologisch plausibel. Zellen reagieren sehr empfindlich darauf, wie viel Sauerstoff verfügbar ist. Sinkt das Angebot, verändern sich Signalwege, Stoffwechsel und die Arbeit der Mitochondrien. Der Körper kann außerdem Prozesse anstoßen, die den Sauerstofftransport und die Versorgung von Geweben an veränderte Bedingungen anpassen.

Aus dieser gut belegten Hypoxiebiologie folgt jedoch noch nicht automatisch, dass eine IHHT-Sitzung Mitochondrien „verjüngt“, den Stoffwechsel dauerhaft verbessert oder das Altern verlangsamt. Der systematische Review zur chronischen Hypoxie-Hyperoxie-Exposition fand 2022 nur acht kontrollierte Humanstudien mit sehr unterschiedlichen Populationen und Protokollen.[1]

Dieser Ratgeber trennt deshalb drei Ebenen: Was passiert bei Sauerstoffmangel grundsätzlich im Körper, welche Reaktionen versucht IHHT gezielt auszulösen und was davon wurde beim Menschen tatsächlich als klinischer Effekt gezeigt? Am Ende geht es außerdem um die praktische Frage, wie sich ein Hypoxiereiz überhaupt erzeugen lässt, wenn die nächste Hochalm nicht vor der Haustür liegt.

Den gesamten Artikel lesen

Braunes Fett - wie Mitochondrien Wärme erzeugen und was Kälte damit zu tun hat

Kühle Umgebung als natürlicher Reiz für die Wärmebildung des Körpers

Fettgewebe verbinden wir meist mit gespeicherter Energie. Das trifft auf einen großen Teil unseres Körperfetts auch zu. Doch ein Teil des Fettgewebes verfolgt einen beinahe gegenteiligen Zweck: Er kann energiereiche Substrate aufnehmen und ihre Energie gezielt als Wärme freisetzen.

Dieses sogenannte braune Fettgewebe besitzt besonders viele Mitochondrien. In deren innerer Membran sitzt mit UCP1 ein Protein, das den normalen Weg der mitochondrialen Energiegewinnung verändert. Ein Teil der Energie des Protonengradienten wird dadurch nicht zur ATP-Synthese genutzt, sondern als Wärme abgegeben.[1]

Damit steckt hinter dem häufig gesuchten Begriff „braunes Fett aktivieren“ zunächst eine physiologische Frage: Warum besitzt der Körper Fettzellen, deren Aufgabe gerade darin besteht, Energie weniger effizient in ATP umzuwandeln?

Kälte liefert einen Teil der Antwort. Sie gehört zu den wichtigsten physiologischen Reizen für die Aktivierung thermogenen Fettgewebes. Daraus folgt allerdings noch nicht, dass kalte Duschen, Eisbäder oder bestimmte Lebensmittel zu einem relevanten Gewichtsverlust führen.

Dieser Ratgeber beginnt deshalb bei den Fettzellen selbst und verfolgt anschließend den Weg bis in ihre Mitochondrien: Was unterscheidet weißes, braunes und beiges Fett? Wo befindet sich braunes Fett beim Erwachsenen? Wie funktioniert UCP1? Und was ist tatsächlich belegt, wenn von Kälte, Browning oder einem möglichen „Fettverbrennungseffekt“ die Rede ist?

Den gesamten Artikel lesen

Longevity - was gesundes Altern wirklich bedeutet

Gesundes Altern zwischen Bewegung, Alltag und gemeinsam verbrachter Zeit

Longevity ist vom Forschungsbegriff zum Gesundheits- und Lifestyle-Thema geworden. Nahrungsergänzungsmittel, Schlaftracking, Kälte, Sauna, Fasten, kontinuierliche Glukosemessung, NAD+, biologische Altersuhren und Medikamente wie Metformin oder Rapamycin tauchen inzwischen in derselben Welt auf. Dahinter steht eine alte menschliche Frage in neuer Verpackung: Wie können wir möglichst lange leben?

Wörtlich bedeutet Longevity zunächst Langlebigkeit. In der Alternsforschung werden jedoch mehrere Begriffe unterschieden. Die Lebensspanne oder Lifespan beschreibt die Zeit zwischen Geburt und Tod. Die Gesundheitsspanne oder Healthspan richtet den Blick darauf, wie viele dieser Jahre möglichst gesund und selbstständig verbracht werden.[1]

Damit wird die Frage interessanter. Denn kaum jemand möchte einfach möglichst viele Kalenderjahre sammeln. Meist geht es darum, möglichst lange gehen, denken, lernen, tragen, reagieren, regenerieren, Entscheidungen treffen und am eigenen Leben teilnehmen zu können.

Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt gesundes Altern entsprechend als einen Prozess, bei dem funktionelle Fähigkeiten entwickelt und erhalten werden, die Wohlbefinden im höheren Alter ermöglichen. Dazu gehören körperliche und geistige Fähigkeiten ebenso wie die Umwelt, in der ein Mensch lebt, und die Wechselwirkung zwischen beiden.[2]

Dieser Ratgeber betrachtet Longevity deshalb nicht als Versprechen auf Alterslosigkeit. Die entscheidende Frage lautet: Was soll in einem langen Leben möglichst lange funktionieren – und welche Biologie steckt dahinter?

Den gesamten Artikel lesen

Oxidativer Stress - wenn reaktive Sauerstoffverbindungen aus dem Gleichgewicht geraten

Menschliche Zellen und Sauerstoff als Symbol für oxidativen Stress und Redoxbalance

Oxidativer Stress wird häufig auf eine einfache Geschichte reduziert: Freie Radikale greifen Zellen an, Antioxidantien fangen sie ab und je weniger reaktive Verbindungen vorhanden sind, desto besser. Dieses Bild erklärt einen Teil der Biologie, lässt aber eine entscheidende Hälfte aus. Reaktive Sauerstoffspezies, kurz ROS, entstehen fortlaufend im Körper und übernehmen selbst Aufgaben in der Zellkommunikation, bei Anpassungsreaktionen und in der Immunabwehr. Erst wenn ihre Bildung, Nutzung und Verarbeitung aus dem regulierten Bereich geraten, wird aus normaler Redoxbiologie ein belastender Prozess.[1]

Die spannendere Frage lautet deshalb nicht: Wie werde ich freie Radikale möglichst vollständig los? Sinnvoller ist: Wann sind reaktive Sauerstoffverbindungen nützliche Signale – und wann kippt das System in oxidativen Stress?

Wer diesen Unterschied verstanden hat, kann auch Begriffe wie Antioxidantien, Glutathion, oxidativer Burst, nitrosativer Stress oder antioxidative Nahrungsergänzung deutlich besser einordnen. Der rote Faden dieses Ratgebers ist deshalb keine Liste vermeintlicher Radikalfänger, sondern die Frage, wie der Körper mit reaktiver Chemie umgeht.

Den gesamten Artikel lesen

Zellatmung & ATP-Synthese - wie Deine Mitochondrien Energie erzeugen

Mitochondrien als zentrale Schnittstelle zwischen Nährstoffen, Zellatmung und ATP-Bildung

Zellatmung klingt zunächst nach einem Vorgang, bei dem Zellen Sauerstoff aufnehmen und daraus irgendwie Energie machen. Ganz falsch ist dieses Bild nicht. Es überspringt jedoch den interessantesten Teil: Sauerstoff ist nicht die Energiequelle, und auch Glukose oder Fett können von einer Zelle nicht einfach direkt als Energie ausgegeben werden.

Die Zelle braucht eine Form, mit der sie unmittelbar arbeiten kann. Eine der wichtigsten davon ist ATP – Adenosintriphosphat. ATP stellt chemische Energie für sehr unterschiedliche Prozesse bereit: Muskelkontraktion, aktiven Stofftransport, Biosynthesen, Signalwege und viele weitere Zellfunktionen.[1]

Zwischen einem Stück Nahrung und diesem ATP liegt deshalb eine ganze Umwandlungskette. Glukose wird schrittweise zerlegt. Fettsäuren nehmen einen anderen Weg. Aus beiden entstehen energiereiche Elektronenträger und Zwischenprodukte, die schließlich in den mitochondrialen Energiestoffwechsel einfließen.

Dort geschieht etwas Erstaunliches: Die Mitochondrien verwenden die Energie aus Elektronen zunächst dazu, Protonen über ihre innere Membran zu verschieben. Erst der dadurch entstehende elektrochemische Gradient treibt die ATP-Synthase an.

Dieser Ratgeber verfolgt den Weg deshalb nicht als Liste biochemischer Namen, sondern von der eigentlichen Frage aus: Wie wird aus Glukose oder Fett am Ende ATP – und welche Wege benutzt die Zelle, wenn Energie besonders schnell gebraucht wird?

Den gesamten Artikel lesen

Mangan: Was das Spurenelement im Körper macht

Manganhaltige Lebensmittel wie Hafer, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse, grünes Gemüse und Tee im Alltag

Mangan gehört zu den Spurenelementen, von denen der menschliche Körper erstaunlich wenig enthält: insgesamt nur ungefähr 10 bis 20 mg. Trotzdem wird das Metall an mehreren zentralen Stellen gebraucht. Es dient unter anderem als Cofaktor von Enzymen des Stoffwechsels und ist Bestandteil der mitochondrialen Mangan-Superoxiddismutase, kurz MnSOD oder SOD2.[1][2]

Gerade dieses Enzym zeigt gut, warum Mangan biologisch interessant ist. In den Mitochondrien entstehen bei der Verarbeitung von Nährstoffen auch reaktive Sauerstoffverbindungen. MnSOD hilft dabei, das dabei entstehende Superoxid kontrolliert weiterzuverarbeiten. Mangan ist also kein Energietreibstoff und auch kein allgemeines Antioxidans, das frei durch den Körper schwimmt. Es sitzt gebunden an einem Enzym genau dort, wo seine chemische Eigenschaft gebraucht wird.[2]

Der Körper geht mit Mangan entsprechend sparsam um. Aus der Nahrung wird nur ein kleiner Anteil aufgenommen; zugleich wird die Aufnahme an die Versorgung angepasst. Mehr als 90 % des aufgenommenen Mangans werden über die Galle wieder in Richtung Darm ausgeschieden. Versorgung bedeutet deshalb auch bei diesem Spurenelement mehr als eine einzelne Zahl: Aufnahme, Transport, Nutzung und Ausscheidung gehören zusammen.[1]

Wenn Du direkt Manganprodukte ansehen und unterschiedliche Präparate vergleichen möchtest, findest Du hier die Übersicht: Mangan-Nahrungsergänzung im Gesundheitsfundament-Shop. Dieser Ratgeber beginnt einen Schritt früher: Was macht Mangan im Körper, wie viel brauchen wir, woran erkennt man einen echten Mangel – und warum ist mehr bei diesem Spurenelement keineswegs automatisch besser?

Den gesamten Artikel lesen

Seite 1, aktuelle Seite23