Epigenetische Uhr: Was Horvath, GrimAge und DunedinPACE wirklich messen

Eine Blutprobe, drei epigenetische Uhren und drei Antworten: Eine klassische Horvath-Uhr könnte beispielsweise ein DNA-Methylierungsalter von 48 Jahren berechnen. GrimAge liefert vielleicht einen altersähnlichen Wert von 53 Jahren. DunedinPACE zeigt dagegen 0,94 an – ohne eine Altersangabe in Jahren.
Auf den ersten Blick sieht das nach einem Problem aus. Wie kann dieselbe Person gleichzeitig mehrere verschiedene „biologische Alter“ besitzen?
Der scheinbare Widerspruch verschwindet, sobald klar wird, was epigenetische Uhren tatsächlich sind. Sie lesen kein verborgenes zweites Geburtsdatum aus der DNA. Es handelt sich um mathematische Modelle, die bestimmte Muster der DNA-Methylierung miteinander kombinieren. Je nachdem, worauf ein solches Modell trainiert wurde, kann es chronologisches Alter, gesundheitsbezogene Phänotypen, Mortalitätsrisiken oder das Tempo altersbezogener Veränderungen abbilden.[1]
Dieser Ratgeber schaut deshalb eine Ebene tiefer als unser Überblick zum biologischen Alter und seinen Messverfahren. Im Mittelpunkt stehen die epigenetischen Uhren selbst: wie sie aus DNA-Methylierung entstehen, warum Horvath, PhenoAge, GrimAge und DunedinPACE unterschiedliche Antworten geben und wie sich ein Testergebnis sinnvoll lesen lässt.










