Leitkeimstämme

Leitkeimstämme sind gezielt ausgewählte Bakterienstämme, die häufig als Grundbestandteil moderner Mikrobiom- oder Probiotika-Rezepturen eingesetzt werden. Sie stammen meist aus den Gattungen Lactobazillen und Bifidobakterien, die natürlicherweise zum menschlichen Mikrobiom gehören.

Der Begriff „Leitkeimstämme“ ist keine wissenschaftlich definierte Fachbezeichnung. Er wird vor allem von Herstellern verwendet, um Bakterienstämme zu beschreiben, die aufgrund ihrer guten Charakterisierung und ihrer häufigen Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln ausgewählt wurden. Welche Stämme als Leitkeimstämme gelten, ist daher nicht einheitlich festgelegt.

Jeder Bakterienstamm besitzt eine eindeutige Stammbezeichnung, beispielsweise Lactobacillus rhamnosus GG oder Bifidobacterium breve DSM 32744. Diese Kennzeichnungen unterscheiden einzelne Stämme derselben Art voneinander und ermöglichen eine eindeutige Zuordnung in wissenschaftlichen Untersuchungen sowie bei der Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln.

Warum enthalten viele Produkte mehrere Leitkeimstämme?

Das menschliche Darmmikrobiom besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Mikroorganismen. Aus diesem Grund kombinieren viele Hersteller mehrere Bakterienstämme in einer Rezeptur, anstatt sich auf einen einzelnen Stamm zu beschränken. Ziel ist es, verschiedene Vertreter des natürlichen Mikrobioms in einem Produkt zusammenzuführen.

Ob ein Produkt einen oder mehrere Leitkeimstämme enthält, sagt jedoch nichts über seine Qualität oder Wirkung aus. Entscheidend sind unter anderem die konkrete Stammzusammensetzung, die Dosierung, die Produktqualität sowie die vorgesehene Anwendung.

Woran erkennt man einen Leitkeimstamm?

In der Zutatenliste werden Leitkeimstämme üblicherweise mit ihrem vollständigen wissenschaftlichen Namen einschließlich der Stammbezeichnung angegeben. Beispiele sind:

  • Lactobacillus acidophilus DSM 32607
  • Lactobacillus plantarum DSM 32758
  • Lactobacillus reuteri DSM 32759
  • Bifidobacterium breve DSM 32744
  • Bifidobacterium animalis subsp. lactis DSM 32746

Die zusätzliche Stammbezeichnung (z.B. DSM oder GG) dient der eindeutigen Identifikation des jeweiligen Bakterienstamms und unterscheidet ihn von anderen Stämmen derselben Art.

Fazit

Leitkeimstämme sind ausgewählte und eindeutig charakterisierte Bakterienstämme, die häufig in Nahrungsergänzungsmitteln für das Mikrobiom eingesetzt werden. Der Begriff ist vor allem eine herstellerseitige Bezeichnung und beschreibt keine eigenständige wissenschaftliche Kategorie. Für die Einordnung eines Produkts sind daher immer die konkret enthaltenen Bakterienstämme und deren Stammbezeichnungen wichtiger als die Bezeichnung „Leitkeimstämme“ selbst.

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