Stuhltransplantation (FMT): Ablauf, Wirkung, Risiken und Forschung

Eine Frau erhält eine Stuhltransplantation gegen eine wiederkehrende Darminfektion. Die Behandlung wirkt. In den Monaten darauf nimmt sie jedoch erheblich zu und entwickelt Adipositas. Die Spenderin, ihre Tochter, war übergewichtig. Ein 2015 veröffentlichter Fallbericht wirft damit eine ungewöhnliche Frage auf: Können mit einem Darmmikrobiom auch Eigenschaften übertragen werden, die weit über die Verdauung hinausreichen? [1]
Der Fall beweist keinen Zusammenhang zwischen Transplantation und Gewichtszunahme. Er zeigt aber, weshalb die fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT), umgangssprachlich Stuhltransplantation, die Medizin und die Mikrobiomforschung gleichermaßen beschäftigt. Mikroorganismen beeinflussen, welche Substanzen im Darm umgebaut werden, wie Krankheitserreger mit anderen Bakterien konkurrieren und welche Stoffwechselprodukte entstehen.
Für Menschen mit bestimmten wiederkehrenden Clostridioides-difficile-Infektionen ist die Übertragung einer mikrobiellen Gemeinschaft bereits eine klinisch relevante Behandlung. Bei Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Reizdarm und Stoffwechselstörungen ist die Lage wesentlich unsicherer. Dieser Ratgeber erklärt, was FMT tatsächlich bewirken kann, wie sie medizinisch durchgeführt wird und wo Forschungsergebnisse bisher keine Therapieempfehlung tragen. [2]










