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Probiotika in der Ernährung - Stärken der Darmflora

Probiotika

Wir tragen täglich ca 1,5 Kg davon mit uns herum und die Wissenschaft ist zu diesem Thema immer noch ziemlich am Anfang. Die Rede ist von Probiotika. Viele kennen den Begriff "Probiotika" oder "probiotische Bakterien" allenfalls aus der Werbung oder im Zusammenhang mit Lebensmitteln, wo einem durch Zusatz bestimmter Bakterien vermeintlich "gesunde Lebensmittel" suggeriert werden. Doch was für Typen und Stämme gibt es? Welche sind hinreichend erforscht? Was gibt es für Wirkweisen? Was muss man zur erfolgreichen Besiedelung von Probiotika im Darm wissen? All diesen Fragen bin ich nachgegangen und habe versucht einige Details in diesem Artikel möglichst verständlich zusammenzufassen.

Was sind Probiotika?

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Der Begriff ist eigentlich relativ simpel zu erklären. Die Namensgebung als solches kommt aus dem Lateinischen: "pro" bedeutet "für", und "bios" bedeutet Leben, also "für das Leben". Probiotika arbeiten im Verborgenen für uns und "für das Leben". Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) versteht man unter dem Begriff "Probiotika" spezielle Mikroorganismen, vor allem Bakterien, die in lebender Form verzehrt werden und einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben können. Man spricht dann auch von "guten Bakterien". Doch warum "gute Bakterien"? Gibt es auch "schlechte Bakterien?. Natürlich gibt es auch die. Es existieren zumindest solche Bakterien, die in Überpopulation dem menschlichen Organismus schaden können. Deshalb sollte auch darauf geachtet werden, dass sich die Darmflora stets in Symbiose befindet.

Den Großteil der Bakterien findet man in unserem Darm. Das betrifft sowohl gute, als auch weniger gute (pathogene Keime). Es existieren zwischen 400 und 500 Arten. In Summe sind das ca. 100.000 Milliarden einzelne und sie alle bevölkern unsere Darmflora und befinden sich im ständigen Verdrängungskampf. Je nach dem welcher Teil überwiegt, kann das Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Bei einer gesunden Darmflora sollten die guten Bakterien mindestens einen Anteil von 85% haben und die pathogenen Keime maximal 15%.

Es gibt allerdings auch Situationen in denen das bakterielle Gleichgewicht gestört werden kann. So können z.B. durch Beigabe von Antibiotika, auf einen Schlag alle Bakterien im Körper abgetötet werden, auch die guten. Aus diesem Grund werden während und nach einer Antibiotikatherapie auch gerne Probiotika verabreicht um den Darm möglichst schnell wieder mit guten Bakterien zu besiedeln.

Gesunde Darmflora, Immunsystem und Gehirn

Wissenschaftler haben festgestellt, dass ca. 70% des Immunsystems im Darm zu finden ist. Aufgrund dieser Tatsache ist eine gesunde Darmflora natürlich ausserordentlich wichtig. Ein gesunder Darm und ein starkes Immunsystem hängen eng zusammen. Doch auch auf die Gehirngesundheit kann ein gesunder Darm positive Auswirkungen haben. Man spricht bei der Vernetzung zwischen Darm und Gehirn auch gerne vom Darmhirn oder vom "zweiten Gehirn". Das Fachwort dazu ist "enterisches Nervensystem". Das ist ein komplexes Geflecht aus Nervenzellen, welches nahezu den gesamten Darm durchzieht. Beim Menschen besitzt dieses Geflecht ca. 4-5 mal mehr Neuronen als das Rückenmark. Die Hauptaufgabe des enterischen Nervensystems ist es die Verdauung zu steuern. Es kann vollständig autonom arbeiten, unterliegt aber den Einflüssen von Sympathikus und Parasympathikus, um mit dem Gesamtorganismus zu harmonisieren. Der Zusammenhang zwischen Darm und Gehirn ist somit nicht zu unterschätzen. Bei einer ganzheitlichen Betrachtungsweise von Krankheiten macht es durchaus Sinn diesem Thema Aufmerksamkeit zu schenken.

Probiotika gehören zur Teilstrategie im Einsatz zur Darm- und Gehirngesundheit. Die Forschung ist schon fleissig dabei sich hier die Möglichkeiten zu erschliessen. Zum Beispiel hat die Zugabe von Probiotika in der Stressforschung gute Resultate erzielt. Der Forschungszweig nennt sich Neurogastroenterologie. Ein österreichisches Forscherteam am Grazer Institut „AllergoSan“ hat in jahrelanger Arbeit unter den vielen Bakterienstämmen neun vermehrungsfähige und "hoch"-aktive Leitkeimstämme identifizieren können, welche in der Lage sind Stressreaktionen effektiv einzudämmen. Probiotika lassen sich also durchaus auch als Antidepressiva einsetzen.

Schutzschild und Abwehr im Darm gegen Gifte und Erreger

Siedelt man probiotische Bakterien im Darm in hinreichender Menge an, können diese wie eine Art Schutzschild in der ersten Kaskade der Nähstoffaufnahme sowie in der Abwehr von pathogenen Keimen wirken. Sie können den Stoffwechsel positiv beeinflussen und stellen Abwehrstoffe zur Bekämpfung von pathogenen Erregern her. Sie geben Stoffe ab, von denen die Darmschleimhaut profitieren kann. Zumindest in Tierversuchen konnte diese sich durch Probiotika schneller erneuern.

Beschleunigung der Nahrung in der Darmpassage

Auch lässt sich die Transitzeit (Zeit in der Nahrung im gesamten Verdauungskanal verweilt) durch die Zugabe von Probiotika vermindern. Laut einer Studie verkürzte sich diese bei einer Probandengruppe von über 60-jährigen nach einer 14-tägigen Gabe von Probiotika um 40%. Eine kürzere Verweildauer im Darm hat einen angenehmen Nebeneffekt: es gelangen nicht so viele Giftstoffe in den Blutkreislauf.

Die verschiedenen Arten und Typen der Probiotika

pro EM san Probiotika
Pro EM san Bezugsquelle

Probiotische Mikroorganismen bestehen aus Bakterien oder Hefen. Bis zu den 60er Jahren hatte man bereits einige davon identifizieren können. Dazu gehörten im wesentlichen Clostridien, Laktobazillen, Enterokokken und Escherichia Coli. Seit dieser Zeit hat die Forschung Rückenwind bekommen und es wurden noch weitere Mikroorganismen entdeckt.

Es gibt verschiedene Typen und Arten von Probiotika, sie können für sich und in Kombination mit anderen die verschiedensten gesundheitlichen Vorteile haben.

Laktobazillen

Laktobazillen sind Milchsäurebakterien und zeichnen sich dadurch aus, dass sie Zucker zu Milchsäure abbauen (Milchsäuregärung). Es gibt mehr als 50 Arten von Milchsäurebakterien. Ihr natürlicher Lebensraum findet sich im Verdauungssystem, Harntrakt oder Genitalien. Sie finden sich jedoch auch in fermentierten Lebensmitteln, wie Joghurt oder Sauerkraut. Eingesetzt werden Sie heutzutage zur Prävention und Therapie zahlreicher Krankheiten.

Laktobazillen, welche man häufig als Zusatz in probiotischen Lebensmitteln findet sind z.B.:

  • Acidophilus DDS-1
  • Lactobacillus Bulgaricus
  • Lactobacillus Rhamnosus GG
  • Lactobacillus Plantarium
  • Lactobacillus Reuteri
  • Lactobacillus Salivarius
  • Lactobacillus Casei
  • Lactobacillus Johnsonii
  • Lactobacillus Gasseri.

Es ist zwar noch eine Menge Arbeit in der Forschung notwendig um die komplexen Zusammenhänge der Arbeit von Probiotika untereinander zu verstehen, man weiss aber bereits heute um einige Vorteile, die sie in der Prävention und Therapie mit sich bringen.

In folgenden Bereichen werden Laktobazillen mittlerweile erfolgreich eingesetzt:

  • Behandlung und / oder Prävention von Pilzinfektionen
  • Harnwegsinfektionen
  • Reizdarmsyndrom
  • Antibiotika-bezogener Durchfall
  • Reisedurchfall
  • Hauterkrankungen (Fieberbläschen , Ekzeme, Akne und Aphten)
  • Prävention von Atemwegsinfektionen

Einige Studien sowie Wirkungen zu Laktobazillen

Lactobacillus GG In einer Studie wurde Lactobacillus GG bei Kindern von 5 bis 14 Jahren mit Reizdarmsyndrom verabreicht. Behandlungsdauer: 8 Wochen. Als Dosis erhielten diese zweimal täglich 3 Milliarden Einheiten. Das trug dazu bei die Häufigkeit und den Schweregrad ihrer Bauchschmerzen zu verringern.
Lactobacillus GG Lactobacillus GG wurde im Rahmen einer anderen Studie Kindern gegen Durchfall während und nach einer Antibiotikatherapie gegeben. Der Durchfall ging zurück.
Lactobacillus GG Lactobacillus GG reduzierte in einer Studie 245 Probanden das Risiko von Reisedurchfall um 47%. Die Probanden reisten weltweit durch 14 verschiedene geografische Zonen.
Lactobacillus Casei,
Lactobacillus Bulgarius,
Streptococcus Thermophilus
Die Zugabe von Probiotika zweimal täglich während einer antibiotischen Behandlung und eine Woche danach verringerte das Risiko von Durchfall bei Erwachsenen, während ihres Krankenhausaufenthalts.
Lactobacillus Casei Dieser Keim spielt in der Abwehr gegen Salmonellen oder ähnliche schädliche Bakterien eine sehr wichtige Rolle und kann dazu beitragen gravierende Infektionen zu verhindern.
Lactobacillus Bulgaricus Lactobacillus Bulgaricus ist in der Lage Milchzucker (Lactose) in Milchsäure umbauen und hält den pH- Wert in einem günstigen Bereich. Schädliches Bakterienwachstum kann somit eingedämmt werden.
Lactobacillus Gasseri und Lactobacillus Rhamnosus In einer Studie mit Vaginalkapseln wurde die Zeit zwischen bakteriellen Vaginalinfektionen verlängert.
Lactobacillus Rhamnosus Dieser Keim ist sehr widerstandsfähig gegen Magensäure und gegen die Gallesäfte im Dünndarm. Er kann dadurch andere Milchsäurebakterien auf ihrer Reise in den Dickdarm schützen.
Lactobacillus Acidophilus Wirkt bei der Milchzuckerverdauung mit. Ausserdem besitzt er die Fähigkeit wichtige Vitamine wie Folsäure, Vitamin B3 und B6 herzustellen und dann unserem Organismus zuzuführen.
Lactobacillus Plantarum Auch dieses Bakterium wirkt bei Verdauung von Milch mit. Nach neueren wissenschaftliche Studien kann es den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen.
Lactobacillus Salivarius Stärkt die Mundschleimhaut und hilft Zahnfleischbluten vorzubeugen oder zu verhindern. Er wirkt generell positiv auf den Zustand unserer Haut.
Lactobacillus Paraeasei Dieses Bakterium wirkt ebenso bereits im Mund und beugt der Entstehung von Karies vor. Es kann gleichzeitig auch die Immunabwehr gegen eine Vielzahl von Krankheitserregern verbessern.

Bifidobakterien

Bei den Bifidobakterien sind aktuell ca. 30 verschiedenen Arten bekannt. Sie machen ca. 90% der gesunden Darmbakterien aus und sind im Darm bereits zum Zeitpunkt der Geburt vorhanden.

Die Bifidobakterien, welche häufig als Zusatz in probiotischen Lebensmitteln zu finden sind:

  • Bifodbacterium Bifidum
  • Bifodbacterium Lactis
  • Bifodbacterium Longum
  • Bifodbacterium Breve
  • Bifodbacterium Infantis
  • Bifodbacterium Thermophilum
  • Bifodbacterium Pseudolongum

Auch zu den Wirkweisen der Bifidobakterien ist noch einiges an Forschung notwendig, einige gesundheitliche Vorteile lassen sich jedoch beobachten. Bifidobakterien können helfen bei:

  • Reizdarmsyndrom
  • Karies
  • Verbesserung der Blutfettwerte
  • Verbesserung der Glucosetoleranz

Studien und mögliche Wirkungen zu Bifidobakterien

Bifido Infantis Dieses Bakterium wurde erstmals bei gestillten Babys entdeckt. Daher hat das Bakterium auch seinen Namen. Es kann Durchfallerscheinungen entgegenwirken, indem es die auslösenden Bakterien verdrängt. Es ist auch ein wichtiger Vitaminproduzent in unserem Darm für Folsäure, Vitamin B1, B3, B6 und Biotin.
Bifidobacterium Infantis 35624 Bifidobacterium Infantis 35624 wurde 362 Patienten mit Reizdarmsyndrom in einer vier-wöchigen-Studie gegeben. Sie zeigten eine Verbesserung ihrer Symptome bei Bauchschmerzen, Blähungen, Darmfunktionsstörungen und unvollständiger Darmentleerung.
Bifido Lactis Bifido Lactis kann sich sehr gut an die Darmschleimhäute anheften und steuert dort die Durchlässigkeit. Es stimmuliert ausserdem die Immunabwehr. Von den Darmbakterien gehört dieses Bakterium zu den am Besten erforschten. Ihm kommt eine signifikante Bedeutung bei nicht gestillten Säuglingen zuteil. Es bildet keine Gase und kann so Blähungen entgegenwirken.
Bifidobacterium Lactis Bb12 Diesem Bakterium werden positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel nachgesagt. Es soll das LDL-Cholesterin bei Typ2 Diabetes Patienten senken können. Bei erwachsenen Frauen konnte der HDL Spiegel erhöht werden und es wurde eine Verbesserung der Glucosetoleranz während der Schwangerschaft erreicht.
Bifido Bifidum Bifido Bifidum kann verschiedene Säuren produzieren und hat einen sehr positiven Einfluss auf das Immunsystem. In Studien konnte gezeigt werden, dass das Bakterium der Abnahme an Makrophagen (Immunrelevante Antikörper) entgegengewirkt.
Bifido Longum Dieses Bakterium findet sich am häufigsten im menschlichen Verdauungstrakt und ist gleichzeitig eins der wichtigsten. Es hat eine hohe Bedeutung für die Immunabwehr und für die Bildung von Vitaminen. Dazu unterstützt es die Aufnahme von Calcium. Mit zunehmenden Alter kann sich dieses Bakterium in der Anzahl verringern. Eine zusätzliche Zufuhr kann sich aus diesem Grund besonders positiv auf das Darmgleichgewicht auswirken.
Bifido Breve Bifido Breve kann viele schwerverdauliche Substanzen verarbeiten und verbessert die Darmtätigkeit. In seiner Wirkweise kann es sowohl das Auftreten von Durchfällen als auch Verstopfungen verringern. Ebenso haben Studien eine Verringerung von allergischen Reaktionen gezeigt. Eine Überreaktion der Immunzellen konnte signifikant gehemmt werden. Auch seine Menge nimmt im Darm mit zunehmendem Alter ab.

Saccharomyces boulardii

Diese sind auch bekannt als S. boulardii und ein Probiotikum welches in Hefeform vorkommt. Einige Studien haben gezeigt, dass es wirksam sein kann bei Reisedurchfall und in der Vorbeugung und Behandlung von Durchfall als Folge einer Antibiotiktherapie. Es wurde auch beobachtet, dass ein Wiederauftreten einer Clostridium difficile Infektion durch Gabe von Bifidobakterien verhindert werden konnte. Die Bakterien finden ausserdem Einsatz in der Behandlung von Akne und den Nebenwirkungen einer Helicobacter pylori Infektion.

Streptococcus thermophilus

Diese erzeugen große Mengen des Enzyms Laktase. Es wird einigen Berichten zur Folge in der Prävention von Lactoseintoleranz eingesetzt. Der Keim ist äusserst widerstandsfähig gegen hohe Temperaturen und auch gegen Magensäure. Eine Besiedelung ist hier demnach nicht sonderlich schwierig. Sie helfen ausserdem bei Durchfallerscheinungen, regen die Darmbewegung an und unterstützen das Immunsystem.

Escherichia (E.) Coli

Diese Bakterien bewohnen den Dickdarm. Das Vorkommen ist weit weniger häufig als die Laktobazillen oder Bifidobakterien. Die Escherichia (E.) Coli Bakterien sind in der Lage sowohl Kohlenhydrate als auch Eiweiß zu verwerten und haben eine stärkere Immunogenität als die beiden erstgenannten Bakterienarten. Die Zellwände vom E. Coli wird vom Immunsystem deutlicher als „fremd“ erkannt, was bedeutet, dass das darmeigene Immunsystem stärker angeregt wird und dadurch die Abwehrkräfte gesteigert werden. Jedoch gibt es von E. coli auch eine Reihe krankmachender Varianten, die als Auslöser für Durchfall bekannt sind. In der Therapie von Colitis Ulcerosa wird häufig der E. Coli Stamm Nissle eingesetzt. Ein bekannter Präparatnahme hierzu ist "Mutaflor®". Ein anderer Stamm im Einsatz bei entzündlichen Darmerkrankungen wäre der E. Coli Stamm Laves - zu finden z.B. in dem Präparat Colibiogen®.

Untersuchte Wirkweisen zu verschiedensten Krankheitsbildern

Mittlerweile gibt es eine Menge bestätigter Hinweise zu den positiven Wirkungen von Probiotika auf die Gesundheit. In Studien wurden die Wirkungen zu zahlreichen Kranheitbildern untersucht, wie beispielsweise beim metabolischen Syndrom, Leberschäden, entzündlichen Darmerkrankungen, Autismus, Darmkrebs, Immunmodulation, Allergien, atopische Dermatitis, Ekzeme uvm.

Nachfolgend einige Probiotika-Kombinationen die in Rahmen von Studien bei verschiedensten Krankheitsbildern verabreicht wurden. Hinweis: Die Daten sind keinesfalls als Therapiepläne anzusehen, sondern sollen die ganzheitliche Betrachtungsweise zu bestimmten Krankheitsbildern vervollständigen. Experimentiert also nicht auf eigene Faust herum, sondern besprecht das vorher bitte mit eurem behandelnden Arzt oder Heilpraktiker.

Colitis Ulcerosa und entzündliche Darmerkrankungen

Eingesetzte Probiotika: E. coli Stamm Nissle, Lactobacillus Casei, Lactobacillus Plantarum, Lactobacillus Acidophilus, Lactobacillus Delbrueckii Subsp.Bulgaricus, Bifidobacterium Longum, Bifidobacterium Breve, Bifidobacterium Infantis, Streptococcus Salivarius Subsp. Thermophilus, Streptococcus Faecalis, Clostridium Butyricum, Bacillus Mesentericus, Lactobacillus Rhamnosus, Lactobacillus Reuteri, Bifidobacterium Breve strain Yakult, Bifidobacterium Bifidum strain Yakult, and VSL #3 (ein Markenname für die Kombination aus Streptococcus Thermophilus, Bifidobacterium Breve, Bifidobacterium Longum, Bifidobacterium Infantis, Lactobacillus Acidophilus, Lactobacillus Plantarum, Lactobacillus Paracasei und Lactobacillus Delbrueckii subsp. Bulgaricus).

Ergebnisse: Verbesserung der Entzündungswerte bei Patienten mit Colitis Ulcerosa, Reizdarmsyndrom und auch Morbus Crohn. Speziell bei Colitis Ulcerosa hat sich herausgestellt, dass bestimmte nützliche Bakterien nur in Unterpolupaltion oder gar nicht im Verdauungstrakt vorhanden sind. Im Fall von Laktobazillen waren diese bei Colutis Ulcerosa in Schubphasen nur in sehr geringen Zahlen vorhanden in Remission jedoch erhöht. Das gab Grund zur Annahme, dass eine Veränderung der Darmflora positive Auswirkungen auf eine Verlängerung der Remissionsphase haben kann.

In Summe waren in 13 klinischen Studien Probiotika scheinbar erfolgreicher als das Placebo in der Aufrechterhaltung der Remissionsphase. Zusätzlich verbesserten sich die Entzündungswerte sowohl bei milder als auch bei stark aktiver Colitis und führte zu Remission, in einigen Studien sogar zur Erhaltung der Remission.

Allergien

Eingesetzte Probiotika: Lactobacillus Casei

Ergebnisse: Verbesserung der Entzündungswerte und der Immunantwort

Nahrungsmittelallergien

Eingesetzte Probiotika: Lactobacillus Rhamnosus

Ergebnisse: Verringerung der allergischen Reaktionen gegen Milch oder milchsensitiven Patienten, kann jedoch die Immunantwort bei "nichtallergischen" Patienten verschlimmern. In einer anderen Studie konnte die Zugabe von Lactobacillus Rhamnosus bei Säuglingen mit Kuhmilchallergie und Neurodermitis sowie Ekzemen die damit verbundenen entzündlichen Darmreaktionen deutlich senken.

Allergien aus der Umwelt

Engesetzte Probiotika: Lactobacillus Acidophilus, Bifidobacterium Lactis, Lactobacillus Gasseri und Lactobacillus Coryniformis

Ergebnisse: Die Zugabe von Lactobacillus Acidophilus und Bifidobacterium Lactis verbesserte die Immunantwort sowie die respiratorischen Symptome bei Kindern mit Birkenpollenallergie. Bei anderen Allergien verringerte die Zugabe von Lactobacillus Gasseri und Lactobacillus Coryniformis die Symptome und verbesserte die Immunantwort.

Bei Frühgeborenen

Eingesetzte Probiotika: Bifidobacterium lactis

Ergebnisse: Bei Frühgeborenen, die Antibiotika bekamen, hatte sich die Gewichtszunahme verbessert, wenn Bifidobacterium Lactis als Ergänzung gegeben wurde. Zusätzlich verringerten sich die Entzündungswerte im Darm, bei einer Verbesserung der Immunantwort.

Metabolisches Syndrom

Eingesetzte Probiotika: Laktobazillen

Ergebnisse: Geringe Mengen an Laktobazillen stehen bei älteren Patienten scheinbar im engen Zusammenhang mit dem metabolischen Syndrom sowie Entzündungen und Herzkrankheiten .

Fettleibigkeit

Ergebnisse: Eine Verringerung des Anteils von "Firmicutes" im Vergleich zu "Bacteroidetes" steht im Verdacht positive Auswirkungen auf die Krankheit Adipositas zu haben. Eine Verringerung des Körpergewichts steht damit in Verbindung. Die Wirkung scheint mit dem Verhältnis proportional zu steigen.

Cholesterin

Eingesetzte Probiotika: Lactobacillus planatarum, Lactobacillus und Bifidobacterium longum acidophilis

Ergebnisse: Lactobacillus und Bifidobacterium longum acidophilis erhöhte die Werte am HDL ("gutes" Cholesterin). Lactobacillus planatarum reduzierte hingegen LDL ("schlechtes") Cholesterin. Der Gesamtcholesterinspiegel sowie der Fibrinogenspiegel verbesserte sich.

Blutdruck

Eingesetzte Probiotika: Lactobacillus helveticus mit der Hefe Saccharomyces cerevisiae

Ergebnisse: Reduzierter Blutdruck bei älteren Erwachsenen mit Bluthochdruck

Raucher

Eingesetzte Probiotika: Lactobacillus planatarum

Ergebnisse: Reduzierte Marker für oxidativen Stress und Entzündungen bei Rauchern und mit entsprechendem Blutdruckabfall.

Immunfunktion

Eingesetzte Probiotika: Bifidobacterium lactis

Ergebnisse: Verbesserte Funktion des Immunsystems bei gesunden älteren Erwachsenen.

Überwindung der Verdauungssäfte und Ansiedelung im Darm

Wichtig ist zu wissen, dass die lebenden Bakterien erst einmal die unwirtlichen Bedingungen der Magen Darmpassage überwinden müssen. Auf diesem Weg bleibt der Großteil auf der Strecke. Aus diesem Grund sollten auch entsprechende Populationsmengen zugeführt werden. Das ist u.a. ein Qualitätskriterium bei der Auswahl von probiotischen Supplementen.

Weiterhin wäre es auch sinnvoll dass die Besiedelung über einen längeren Zeitraum stabil bleibt und nicht umgehend wieder verschwindet. Es ist somit erforderlich Probiotika dauerhaft einzunehmen um sinnvolle Effekte zu erhalten. Auch sollte man einen entsprechenden Nährboden für die probiotischen Bakterien schaffen. Hierbei kann man sich behelfen mit sogenannten Präbiotika oder Synbiotika.

Präbiotika, Synbiotika

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Während man bei Probiotika von den verschiedenen gesundheitsförderlichen Bakterienstämmen spricht, handelt es sich bei Präbiotika um die Nahrung dieser Bakterienstämme. Es ist immer sinnvoll neben der Einnahme von Probiotika auch Präbiotika einzunehmen um den Bakterien auch genügend Lebensraum für die Vermehrung bereitzustellen. Es gibt auch entsprehende Kombinationspräparate, sogenannte "Synbiotika", welche eine Kombination aus Probiotika und Präbiotika darstellen.

Um die Bezeichnung Präbiotisches Lebensmittel zu erhalten, muss gewährleistet sein, dass es nicht bereits im Magen abgebaut oder vom Verdauungstrakt resorbiert wird. Zusätzlich muss es im Verdauungstrakt von den probiotischen Bakterien fermentiert werden können und das Populationswachstum anregen.

Folgende Gemüsesorten gelten als Präbiotika:

  • Topinambur
  • Pastinaken
  • Chicorée
  • Wurzel der Wegwarte
  • Schwarzwurzeln
  • Löwenzahnwurzel
  • Artischocken
  • Porree
  • Zwiebeln

Diese Lebensmittel sollten möglichst frisch verzehrt werden, da sonst die präbiotischen Eigenschaften gemindert sein können. Es empfiehlt sich auf jeden Fall präbiotikareich zu essen. Eine Umstellung auf präbiotische Lebensmittel sollte einschleichend erfolgen, da es Anfangs sonst zu starken Blähungen führen kann.

Probiotika in der Ernährung

Unter probiotischen Lebensmitteln bezeichnet man Lebensmittel, denen probiotische Bakterien nachträglich zugesetzt wurden. Die bekanntesten sind mit Sicherheit Joghurt und Sauerkraut. Es finden sich aber auch in anderen Lebensmitteln diese Bakterien, wie z.B. in bestimmten Wurstwaren oder Müslis. In der Regel werden diese mit Milchsäurebakterien, wie Laktobazillen und Bifidusbakterien versetzt. Man sollte jedoch auch immer schauen mit welchen Bakterien diese Lebensmittel versetzt sind, wie wir weiter oben gelernt haben, finden sich die unterschiedlichsten gesundheitlichen Wirkungen. Ein bischen theoretisches Wissen kann hierbei auf jeden Fall hilfreich sein. Auch hier gilt: Wenn man von den gesundheitlichen Vorteilen profitieren möchte, sollten diese Lebensmittel über längere Zeiträume konsumiert werden. Nimmt man keine Probiotika mehr zu sich, lässt nach einiger Zeit auch die Wirkung wieder nach, da sich die Anzahl wieder verringert. Auch sollte auf Frische der Lebensmittel geachtet werden. Denn je frischer das Lebensmittel ist, desto mehr lebende Kulturen befinden sich noch darin.

Probiotika als Nahrungsergänzung

Es gibt zahlreiche Probiotika auf dem Markt, hier spezielle Tipps zu geben würde vermutlich den Rahmen sprengen. Auch hängt eine Supplementierung immer von der Zielsetzung ab.

Hier einige Kriterien, die zur Qualität beitragen können:

  • Herkunft
  • Anzahl der Mikroorganismen pro Einheit
  • Widerstand gegen Magensäure
  • Widerstand gegen Gallensalze
  • Adhäsion (Anhaftung) an den Darmepithelzellen
  • Nutzen für die Gesundheit

Das Präparat sollte möglichst aus probiotischen Stämmen bestehen, deren Wirksamkeit durch bestimmte Organisationen belegt wird, wie z. B. dem Institut Pasteur oder dem NHPD. Es ist auch sinnvoll zu überprüfen, ob zu der Kombination der probiotischen Stämme wissenschaftliche Studien vorliegen.

Bevorzugt Produkte, bei denen die täglich erforderliche Konzentration ausgezeichnet ist (mindestens eine Milliarde lebender Probiotika, also 1 x 109 KBE (koloniebildende Einheit)). Hinweis: Die angegebene Konzentration muss auf der Verpackung vom Labor zum Verfalldatum und nicht zum Herstellungsdatum garantiert sein. Das könnte hinweise auf die Haltbarkeit der lebenden Stämme geben.

Ein weiteres Qualitätsindiz ist, dass das Produkt bei Raumtemperaturen unter 25 °C aufbewahrt werden sollte. Es gibt Produkte, die im Kühlschrank gelagert werden müssen, damit sich die Bakterien halten.

Falls ihr Zweifel habt, fragt sicherheitshalber noch einmal bei eurem Apotheker, Arzt oder Heilpraktiker nach, um das optimale Produkt für euch herauszufinden.

Probiotische Supplemente

Fazit

Eine Zufuhr von Probiotika kann zur Stabilisierung der Darmflora beitragen und die Gesundheit fördern. Es muss jedoch nicht immer sofort zu Probiotika gegriffen werden. Zur Gesundheitsprävention können probiotische Lebensmittel in Verbindung mit Präbiotika bereits einen sehr guten Dienst tun, vorausgesetzt man verzehrt diese regelmässig. Die Herstellung von eigenen probiotischen Lebensmitteln ist im Grunde auch gar nicht so schwierig. Hierbei bieten sich zur Herstellung an: Sauerkaut, Kimchi, Kefir oder Kombucha. Wie man probiotische Lebensmittel selbst herstellt, schreibe ich euch dann in einem anderen Artikel. Bis dahin könnt Ihr euch erst einmal ausführlich mit der Theorie beschäftigen.

Quellen

Abgelegt unter: Darmflora , Ernährung , Probiotika

Über Jann Glasmachers

Jann Glasmachers

Mein Name ist Jann Glasmachers, ich bin Inhaber der Internetagentur gimmixx New Media und habe eine abgeschlossene Ausbildung zum holistischen Gesundheits-, Vitalkost- und Lebensberater. Ich blogge mit Leidenschaft und interessiere mich sehr für die Gesetzmässigkeiten des Lebens und die Geheimnisse der Gesundheit. Nach langjähriger Krankheit habe ich mich auf den Weg gemacht das Puzzle der Gesundheit für mich zusammenzusetzen. Hierbei tun sich jeden Tag neue Erkenntnisse auf. Die Grundformel scheint jedoch universell gültig zu sein. Was sich dahinter verbirgt, lässt sich in dem Gesundheitsfundament nachlesen.

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Ich weise weiter darauf hin, dass mit dem Inkrafttreten der Europäischen Health Claims Verordnung u.a. in Deutschland aus rechtlichen Gründen für die gesundheitliche Wirkung von Lebensmitteln (darunter fallen auch Nahrungsergänzungen) nicht geworben werden darf. Falls Ihr Euch also tiefergehend über entsprechende Produkte informieren wollt, lasst Euch in jedem Fall von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten bzw. besorgt Euch weiterführende Fachliteratur.

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